Open Ship … nicht ohne mich

Stell dir vor, es ist Hafengeburtstag und die Sonne scheint. 

Was so ziemlich unvorstellbar erscheint, ist heute eingetreten (naja, gestern auch schon) und da habe ich mich heute so kurz vor 10:00 Uhr morgens auf den Weg gen Hafen gemacht. Der Brückentag bot sich dafür bestens an und da ich gestern gelesen hatte, dass heute ab 10:00 Uhr Open Ship ist, habe ich dann mal ganz locker für mich entschieden, die Gorch Fock wird besichtigt.

Gorch Fock, Ihr wisst schon, das Segelschulschiff der Bundesmarine, das in den Jahren 2010/2011 aufgrund der Todesfälle an Bord in die Schlagzeilen geriet, das aber dennoch eine enorme Anziehungskraft auf uns Landratten ausübt.

An der U-Bahn-Station „Baumwall“ bin ich dann ausgestiegen und ahnte schon, das Vorhaben könnte schwierig werden. Warum? Weil zu dieser frühen Uhrzeit schon jede Menge Menschen unterwegs waren. Aber dennoch war der erste Anblick der Schiffe schon schön.


Die Buden am Straßenrand waren wie immer austauschbar. Losbuden, Crêpes, Pizza, Champignonpfanne, Nudeln, Bier, Bratwürste, Schnickschnack, Gedöns, Schmuck usw. Irgendwie immer das gleiche und dennoch finden sich immer wieder Käufer.


Aber man muss da ja nicht langgehen und so widerstand ich sogar den leckeren Schmalzkuchen. Was echt eine Leistung ist. Das wird mir jeder bestätigen können, der jemals diese leckeren Schmalzkuchen gegessen hat.

So, aber nun ging’s Richtung der Schiffe, zur Gorch Fock, die hinter der Rickmer Rickmers liegt.


Das macht doch schon mal einen guten Eindruck, oder? Aber zunächst einmal habe ich ein wenig innegehalten. Denn ein Hafengeburtstag ohne Shantychor ist kein Hafengeburtstag.


Mit einem „Rolling home, to dear old Hamburg“ im Ohr, ging ich weiter. Nun aber zur Gorch Fock. Aber nicht zum Open Ship der Gorch Fock. Ich stelle mich garantiert nicht in eine so lange Schlange, nur um auf ein Schiff zu kommen. Nee, nicht mit mir.


Da ich aber ein pragmatischer Mensch bin, sagte ich mir, „Schiff ist Schiff“ und so habe ich das Open Ship der MS Helgoland genutzt, ein Einsatzschiff des Deutschen Zolls. Praktischerweise lag dieses direkt hinter der Gorch Fock, so dass ich die Bilder von ihr dennoch machen konnte.

Und daher gibt es jetzt eine Reihe Bilder der Gorch Fock. Wie Ihr seht, ich weiß mir halt zu helfen.



Der Blick von Bord der MS Helgoland war aber auch nicht verkehrt. Man hatte eine schöne Sicht auf die Überseebrücken, auf das Hafenpanorama und auf die Details der Helgoland.

Nett wie ich bin, habe ich auch daran gedacht, die an der Technik interessierten Menschen zu bedienen, indem ich sogar den Außenbordmotor des Einsatzbootes sowie die Kommandobrücke fotografiert habe. Natürlich, nachdem ich zuvor einen der Offiziere höflich um Erlaubnis gebeten habe. Man weiß ja nie …

Mich persönlich hat ja am meisten dieser Notausgang fasziniert. Zu gern hätte ich die Klappe angehoben und nachgeschaut, wo es dort hingeht. Aber dann habe ich mich doch nicht getraut. Aber auf einem Schiff eine Klappe mit vermutlich einer Treppe, die nach unten führt, als Notausgang zu bezeichnen, finde ich schon spannend.


Nun aber genug der Schiffsbegehung, es wollten ja schließlich noch andere an Bord und so habe ich mich wieder auf den Weg gemacht. 

Die Kehrwiederspitze hat uns mit einem freundlichen Benvenuto empfangen und wieder mit dem standesgemäßen Arrividerci verabschiedet; denn Ligurien hat sich hier präsentiert. Und so standen denn auch Palmen am Kehrwieder.


Aber nicht nur Ligurien war am Kehrwieder vertreten, nein auch jede Menge anderer Stände, von denen mir natürlich der von Arqueonautas am besten gefallen hat. Einen besseren Ort für den Stand hätte sich Arqueonautas nicht aussuchen können. 


An der Elbphilharmonie lag die Mississippi Queen und wartete auf ihren Einsatz, gegenüber beim O’swaldkai zog ein Segler einsam seine Runden, verfolgt von meinen neidischen Blicken. Zu Wasser würde ich den Hafengeburtstag auch sehr gern einmal erleben. Sollte ich also für den 825. Hafengeburtstag im Jahr 2014 hiermit einen Sponsor gefunden haben, bitte bei mir melden. Danke.


Wie man an den obigen Bildern schon sehen kann, kamen so langsam auch ein paar Wölkchen auf und eine steife Brise wehte durch die Häuserfluchten, so dass nicht das blaue Band des Frühlings im Wind flatterte, sondern die rote Hose der kurzundknapp 🙂


In der Kaiserallee, mitten in der Hafencity bot sich dann ein mir ungewohntes Bild: ein „Street Art“ Auto mitten im edelsten Viertel. Der hat sein Ziel erreicht, denn dieser Ka war der absolute Hingucker für jeden, der dort vorbeiging.


Auf der anderen Straßenseite war dann ein Geschäft mit Lichtkunst, sorry, aber ein anderer Name fällt mir hierfür nicht ein; denn es waren keine gewöhnlichen Lampen und eine „Installation“ hat mich anhalten lassen. Die musste ich mir genauer ansehen. Schade, in einem 20qm Raum mit einer Raumhöhe von 2,20m passt sie nicht so wirklich, aber wenn ich im nächsten Leben mal in einem Palast wohnen sollte, dann wird diese Lampe dort hängen.


Weiter bin ich dann zu den Traditionsschiffhafen geschlendert, der gegenüber des Kaiserkais an den Magellan-Terrassen zu finden ist – so wie es dort auch Piraten gibt.



Wie der Zufall es dann wollte – ich hab’s echt nicht geplant und wusste es auch nicht – lag am Cruise Center am Strandkai dann die MS Europa 2, die wohl heute Abend mit großem Aufwand getauft werden soll. Jedenfalls waren dort jede Menge Helferlein zugange, um es dort schmuck aussehen zu lassen. Klar, dass ich diesen „Kasten“ auch fotografieren musste. Es tut mir für alle an einer Mitfahrt interessierten Leser leid, aber ich kann mit so einem Schiff nichts anfangen. Das sieht für mich wie ein schwimmendes Hochhaus aus. Null Flair.


Dieser Anblick hat mich doch so ziemlich geschockt. Versöhnt wurde ich dann allerdings durch die Hamburger Polizei. Soviel Humor hätte ich unseren „Udls“ gar nicht zugetraut.


Das war also mein heutiger Besuch beim Hafengeburtstag. Er hat sich doch komplett vom letzten Besuch im Jahr 2012 unterschieden.


2 Gedanken zu „Open Ship … nicht ohne mich

  1. Arno Vom Altvilstal

    Hallo und mein Gott! So viele schöne Fotos, wir sind überweltigt! So wunderbare Schiffe, da bekommen wir gleich eine Riesenlust ans Meer zu fahren! Vielen Dank, dass Du das alles mit uns geteilt hast. Übrigens so ein Monsterkasten wie die Europa 2 würde uns auch nicht anlocken. Aber anscheinend gibt es sonst genug Fans von so etwas!
    Liebe Grüße
    Dein Arno

    Antwort
  2. Sabine Sternberg

    Lieber Arno, vielen lieben Dank für dein Lob. Es ist aber auch ein Leichtes für uns Hamburger, dies einzufangen. Aber langsam muss ich mal andere Gegenden erkunden 🙂 Viele liebe Grüße aus dem Norden

    Antwort

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