44 Jahre später

Ihr erinnert Euch sicherlich an meinen Beitrag „Die Sechziger. Die Siebziger. Und ich“ – in diesem Posting hatte ich in einem Nebensatz erwähnt, dass ich irgendwann mal krank mit Windpocken vor unserem Zelt auf dem Campinglatz lag und die neuen Zeltnachbarn haben sich davon überhaupt nicht einschüchtern lassen. Im Gegenteil, beide Familien verbindet seitdem eine langjährige Freundschaft. Irgendwann vor ca. 30 Jahren haben wir Kinder beider Familien uns dann aus den Augen verloren. Was ja auch verständlich ist, wenn man in einem Alter ist, in dem man nicht mehr mit den Eltern irgendwo hinfahren muss. Und schließlich kommt die andere Familie nicht wie wir aus Hamburg.

Der Vorteil digitalen Lebens

Mein digitales Leben hinterlässt aber glücklicherweise Spuren und so bin ich (oder war es andersherum?) doch irgendwann von einem der (damaligen) Mädchen entdeckt worden und nach vielen Jahrzehnten Nicht-Voneinander-Hörens stehen wir wieder in Kontakt – wenn auch nur digital via Facebook, aber immerhin. 

Das sind so die Momente, in denen ich die Vorteile von Facebook schätzen lerne. Facebook ist für mich das einzige „soziale Netz“, in dem ich wirklich nur mit Personen verbandelt bin (ich mag das Wort „befreundet“ in diesem Zusammenhang nicht), die ich auch im realen Leben kenne oder kannte, aus dem Jetzt oder aus dem Früher, damals noch aus der Kindheit oder aus Schulzeiten. 
Ich habe lediglich bei 4-5 Personen aus der „Neuzeit“ eine Ausnahme gemacht, diese „aufzunehmen“, weil wir entweder zuvor eine wunderbare Kommunikation via Twitter oder Google+ oder über unsere Blogs hatten und die mir daher schon ans Herz gewachsen sind.

Aber zurück zum Titel. 

Im Jahre 1969 hatten unsere beiden Familien einen gemeinsamen Ausflug in die Herrenhäuser Gärten gemacht und ich erinnerte mich vage an ein Foto, das es von damals gab. Und so habe ich via Facebook gefragt, ob es denn noch irgendwo auffindbar sei und siehe da: so sahen wir im Jahr 1969 aus. Meine Schwester und ich typischerweise gleich gekleidet (damit ja kein Neid aufeinander aufkommt) und wie es sich für einen Sonntag gehörte, mit weißen Strumpfhosen.

Die 2. von links bin ich (die sich nach unten beugt)

Als Jugendliche hatte ich immer zu meinen Eltern, wenn sie mich zu irgendeinem Bauwerk, einer Kirche, einem besonderen Ort hinschleppen wollten, gesagt, dass ich das noch machen könne, wenn ich mal alt (oder in deren Alter) bin, weil die „alten Mauern“ nun schon teilweise hunderte von Jahren da stehen, da stehen sie sicherlich auch noch in 50 Jahren noch dort.

Offensichtlich komme ich jetzt so langsam in dieses besagte Alter, dass ich Lust darauf habe, mir „alte Mauern“ oder eben besondere Orte anzusehen. 

Und daher habe ich 44 Jahre später beschlossen, den Herrenhäuser Gärten (in Hannover) einen Besuch abzustatten. 

Meine Spannung im Vorfeld stieg fast ins Unermessliche.  Erkenne ich die Stelle wieder? Sieht es dort noch so aus wie vor 44 Jahren? 

Einen Unterschied zu damals gibt es allerdings: ich bin dort allein hingefahren. Alle anderen Personen dieses Bildes zu einem „Revival“ zu bewegen grenzt schon fast ans Unmögliche, da unterschiedliche Städte, Länder und gar Kontinente dazwischen liegen. Außerdem liebe ich spontane Dinge. Nur zwei Personen inklusive der Spenderin des Fotos wissen davon. Mal sehen, vielleicht erreicht dieser Beitrag ja die eine oder andere weitere Person.

Von damals zu heute

Problemlos hat mich also das Navigationsgerät dort hingeführt. Etwas irritiert war ich allerdings von der Straßenbahn. So als Hamburgerin ist man dieses Verkehrsmittel ja nicht gewohnt und so habe ich immer in den Rückspiegel geschaut, ob da so ein Ding angebraust kommt. Kam aber nicht. Und ich habe festgestellt, dass das Autofahren in Hannover Spaß macht. Es war herrlich entspannend, keine Hektik, jeder fuhr wie vorgeschrieben und: man muss nicht Kilometer vorher wissen, welche Spur man nehmen muss.

Der Große Garten in Herrenhausen hat sich dann als der aus meiner Erinnerung erwiesen. Wie ich damals schon sagte: was vor 100 Jahren schon stand, steht heute immer noch.

Und hier ist jetzt also das Vergleichsbild 2013 einmal „leer“ und einmal mit mir, so dass auch jeder sieht, ich war tatsächlich dort.


Aber wenn ich schon mal da bin, dann kann ich mir etwas von der Gartenkultur geben. Es ist ein wirklich schöner Ort, das muss ich ja schon zugeben. Herrlich entspannend und bei besseren, wärmeren Wetter an einem der Brunnen in der Sonne zu sitzen hat bestimmt seinen Reiz. Hier also ein paar Eindrücke von dem Großen Garten

Und Ihr, die Ihr vielleicht schon öfter bei mir reingeschaut habt, wisst, dass ich mich mit halben Sachen nicht zufrieden gebe, also habe ich mich dann auf den Weg zum Neuen Rathaus Hannover gemacht. Auch hier hatte ich von besagter Freundin ein wunderschönes Bild bekommen und das musste ich mir in Natur ansehen. Und siehe da, es ist wunderschön, das 

Neue Rathaus Hannover

Wenn ich zuvor schon gesagt habe, das Autofahren ist extrem entspannt, dann war es die Parkplatzsuche heute umso mehr. Direkt vor dem Rathaus habe ich parken können und da der Parkscheinautomat leider defekt war, konnte ich mir mit der Parkscheibe behelfen.

Und wirklich, der Besuch hat sich gelohnt. Sieht wirklich schön aus, dort.


Aus früheren Beiträgen wisst Ihr ja, dass ich die Brücken mit den Liebesschlössern sehr gern mag. Ich finde die Idee unheimlich schön und vor allem die Farbvielfalt gefällt mir. Und so war es auch nicht verwunderlich, auch dort an der Brücke jede Menge Schlösser vorzufinden. 

Eine interessante Entdeckung habe ich dann noch in der Innenstadt von Hannover machen können.

Das Vorurteil, in Hamburg sei immer schlechtes Wetter und es regnet häufig kann nicht stimmen. Denn wir in Hamburg haben schließlich keine Denkmäler oder Kunstfiguren von Regenmenschen mitten in der Innenstadt stehen.


Die Taube neben der Regenfrau hatte sichtlich ihren Spaß, denn sie hat sich in der sich bildenden Pfütze ein Bad gegönnt. Naja, jedem das Seine.

Aprospos jedem das Seine: es gibt auch scheinbar einen Bedarf an mobilen Hot Dogs in Hannover. Jedenfalls lief da ein Typ mit Bauchladen herum, der Hot Dogs verkauft hat.


Der krönende Abschluss des Tages war dann mein Kaffeebesuch bei einem der oben auf den Fotos abgebildeten „Kinder“ – bei dem Ältesten. Wir haben gemütlich mit seiner Frau und den süßen Hunden bei Kaffee und einer oberleckeren Philadelphia-Torte über alte und neue Zeiten geplaudert und es war wunderschön. Vielen Dank auch an dieser Stelle nochmals an Euch.

Bis zum nächsten Treffen sollten aber bitte keine 44 Jahre vergehen – das könnte eng werden.




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