Was ist Bewusstsein für mich? (Blogstöckchen)

Dieser Tweet hier hat mich heute Vormittag völlig von den Socken gehauen, hat mir doch der Michael Rajiv Shah das folgende Blogstöckchen zugeworfen.


Ich als (ehemalige) Handballerin kann gut fangen und somit habe ich dieses Blogstöckchen gefangen und aufgenommen, obwohl ich mich mit diesem Thema eigentlich so gar nicht beschäftige und philosophische Betrachtungen bislang eigentlich noch nie den Weg in mein Bewusstsein geschafft haben.

Das ist dann aber auch genau der Grund, warum ich dennoch dieses Stöckchen gefangen habe. Den ganzen Tag über kreisten heute meine Gedanken um diese eine Frage. Da ich nun auch beruflich so überhaupt nichts mit Social Media, Medien, Coaching, Philosophie oder gar Esoterik zu tun habe, werden meine Antworten sicherlich komplett von den Antworten weiterer Fänger dieses Blogstöckchens abweichen; was vielleicht ja aber auch gewollt ist. 


Da ich nun keinen Notausgang gefunden habe, wie ich „aus der Sache wieder rauskomme“, es aber eigentlich auch nicht will, fange ich mal an.

Was ist BewusstSein für mich?

Für mich bedeutet es, Handlungen wissentlich auszuführen, die von der üblichen Routine abweichen. Meinen täglichen Arbeitsweg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln führe ich mehr oder weniger unbewusst aus – einige Mitpassagiere erreichen jedoch mein Bewusstsein, weil ich durch irgendetwas aufmerksam werde.
Neue Aufgaben oder Erlebnisse nehme ich natürlich bewusst wahr. Alles Neue verlangt meine volle Aufmerksamkeit und ich überlege bewusst, ob mir dieses Neue gefällt, so dass es Einzug in meine Person halten kann.
BewusstSein bedeutet aber auch für mich, mir immer wieder mal Situationen oder Dinge wissentlich vor Augen zu führen – mich in mein Gegenüber hineinzuversetzen, versuchen, andere Denkweisen zu verstehen.
So kann es denn auch passieren, dass ich mir meine alltäglichen Handgriffe doch mal genauer, „bewusster“, anschaue und überlege, ob sie weiterhin auf diese Art und Weise durchgeführt werden müssen oder ob ich nicht etwas ändern kann.

Wie hängen Bewusstsein und Social Media für mich zusammen?

Ganz, ganz eng. Das Internet mit den verschiedenen Social Media Kanälen enthält tagtäglich so viel Neues, Spannendes für mich bereit, dass ich diese Dinge bewusst aufnehme. Wo habe ich sonst die Chance, so viele unterschiedliche Sichtweisen und Charaktere kennen zu lernen und mich völlig anders und viel bewusster mit anderen Meinungen auseinander zu setzen? Vor meiner Vernetzung im Internet habe ich beispielsweise Nachrichten eindimensional konsumiert. Indem ich zumeist maximal 2-3 verschiedene Zeitungen online aufgerufen habe. Heute lese ich bewusst keine der Zeitungen mehr bzw. ich rufe sie nicht mehr gezielt auf. Inzwischen habe ich durch Twitter und Google+ so ein großes Netzwerk, dass ich mir viel bewusster die Nachrichten aussuchen kann, die mich interessieren. Und dadurch hat sich mein Interessensgebiet enorm vergrößert. Allerdings passiert hier auch sehr viel unbewusst: beim Scrollen durch meinen Feedly-Reader oder durch die Twitter timeline nehme ich Vieles gar nicht wahr, es läuft an mir vorbei. Irgendein Impuls lässt mich dann aber auf eine bestimmte Nachricht aufmerksam lassen und erreicht dadurch mein Bewusstsein.



Wie nutze ich Bewusstsein im Business?

Hmmh … schwierige Frage, weil sie so Vielfältiges beinhaltet. Ich interpretiere jetzt mal „Business“ mit meinem Arbeitsalltag und da nutze ich nicht nur Bewusstsein, da benötige ich es auch, indem ich konzentriert meine Arbeit erledige. Gut, es gibt auch die Routinedinge, die keine Aufmerksamkeit benötigen; das morgendliche Ankommen im Büro geht wie in Trance von sich, da denke ich an andere Dinge, aber nicht an die Handgriffe, die zu erledigen sind. Oder wenn ich am Kopierer stehe oder einfach nur die Routinedinge erledige. Größte Aufmerksamkeit verlangen natürlich Kundengespräche – diese führe ich besonders bewusst, ohne nebenbei irgendwelche ablenkenden Dinge zu machen. Wichtig ist es meiner Meinung nach aber auch, sich bewusst den Arbeitsplatz so zu gestalten, dass die Voraussetzungen für ein angenehmes Arbeitsklima gegeben sind.

Wie schaffe ich es, in einer bewussten Haltung zu bleiben/zurück zu kehren?

So schwierig finde ich es gar nicht, wenn man nicht gerade zu den oberflächlichen Menschen gehört, denen Empathie ein Fremdwort ist. Und da ich beides für mich ausschließen möchte, bedarf es keiner großen Anstrengung. Ich bin einfach ich. Und so wie ich möchte, dass mit mir umgegangen wird, so gehe ich auch mit Mitmenschen um.

Was tue ich, wenn Bewusstsein in der Esoterik-Schublade landet?

Keine Ahnung. Ich habe mit Esoterik nichts zu tun und theoretisches Gerede gebe ich mir nicht. Da schalte ich ab.

Was soll ein Bewusstseinkongress beinhalten, damit ich ihn besuche?

Da dies nicht mein Ziel ist, fällt es mir schwer, hier eine Antwort zu finden, die Themen anreißt, die mich ansprechen könnten. Es fängt mit dem Plakat an. Vermutlich würde ich es nicht bewusst wahrnehmen, weil ich das Thema in meine eigene „Philosophisches-da-kenne-ich-mich-nicht-mit-aus“-Schublade stecke und wenn dann auch noch auf dem Plakat Symbole oder Bilder widergegeben sind, die bei mir negativ behaftet sind, dann wäre meine Reaktion vielleicht ein Schulterzucken.

Aber durch meine inzwischen große Vernetzung und Erweiterung der Interessen würde ich sicherlich aufmerksam werden, sähe ich das Logo der TED-Talks oder läse ich Namen wie Eddie Obeng. Vielleicht aber auch nicht, ich möchte nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass ich jetzt plötzlich hierauf reagiere, nur weil ich dieses Blogstöckchen aufgenommen habe.

Wessens Bewusstseinssicht interessiert mich besonders? Wem werfe ich das Blogstöckchen zu?

Wie gesagt, ich bin Handballerin und kann unheimlich gut fangen. Aber in meiner aktiven Zeit habe ich relativ selten Tore geworfen und meist das Tor verfehlt. 


Genauso würde es mir hier ergehen. Ich könnte mir vorstellen, dass meine Würfe am Ziel vorbei gehen, weil möglicherweise die Vernetzung nur einseitig ist und keiner das Stöckchen fängt. Und das möchte ich mir lieber ersparen. Oder auch, weil sich vielleicht nicht alle Angesprochenen mit diesen persönlichen Dingen auseinander setzen wollen.

Was aber nicht heißt, dass das Blogstöckchen hier sein Ende findet. Ich würde mich freuen, wenn jemand meinen Fehlwurf aufnimmt und sich dennoch beteiligt.

Verlinkt aber bitte auf jeden Fall auf MiSha, der mit diesem Aufruf das Blogstöckchen ins Leben gerufen hat. Und wenn Ihr dann auch noch in Eurem Beitrag erwähnt, wo (nämlich bei mir) Ihr von diesem Blogstöckchen erfahren habt, dann danke ich Euch. Und noch etwas: Wenn Ihr ebenfalls hierüber bloggt, dann hinterlasst dem MiSha bitte einen Kommentar in seinem Posting, so dass er eine komplette Sammlung der Beiträge hierzu anfertigen kann.

Danke fürs Zuhören bzw. Lesen.




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6 Gedanken zu „Was ist Bewusstsein für mich? (Blogstöckchen)

  1. Karsten Noack

    Ja, ja, die Sache mit dem Bewussten, Unterbewussten und Unbewussten.
    Darüber habe ich auch schön häufiger geschrieben.
    In die „Philosophisches-da-kenne-ich-mich-nicht-mit-aus“-Schublade braucht es nicht.
    Es hat ja eine Menge praktischer Relevanz im Alltag.
    Du hast ja Beispiele dafür genannt.
    Erst die Zusammenarbeit der Bereiche sorgt dafür das die Dinge geschmeidig von der Hand gehen.

    Antwort
  2. miSha - Michael Rajiv Shah

    Liebe Sabine, hab Dank für das Auffangen.

    So habe ich noch mehr über Dich erfahren. Vor allem, dass der Raum in dem wir uns gemeinsam Bewegen, seit Du mein Twitterbüchlein gelesen hast, so etwas wie Vertrauen hat entstehen lassen, das ja eigentlich ohne 'echtes Kennenlernen' gar nicht geht.

    Was mich in diesem Zusammenhang besonders inderessiert ist: „Warum von den Socken gehauen?“

    Und ja, die TED-Talks sind ein klasse Ansatz. Ich war derweil auf mehreren 'Bewusstsein Kongressen'. Ich kam dort vor allem wegen den Menschen aus meinem Netzwerk hin und weniger, weil mich die äußerliche Aufmachung angesprochen hat.

    http://pinterest.com/pin/276127020873559824 (Bleep Kongress – Frankfurt 2009)
    http://pinterest.com/pin/276127020876088040 (Bewusstsein Kongress – München 2013)

    Antwort
  3. Sabine Sternberg

    Lieber MiSha,

    „warum von den Socken gehauen“ ist aus meiner Sicht ganz einfach: weil ich von einem elitären Kreis angesprochen wurde und ich mich irgendwie nicht dazugehörig fühle, da ich mich mit „diesen Dingen“ nicht so wirklich beschäftige und mich nicht so gewählt ausrücken kann. Ich weiß, ich kehre mein Licht etwas unter den Scheffel, aber irgendwie sehe ich mich als kleines Licht.

    Und dass ich von einem der Großen angesprochen wurde, hat mich ganz einfach von den Socken gehauen.

    Da sieht man, was aus einem unbewussten Tweet, ein Zitat aus deinem Twitter-Buch, entstehen kann. Ich finde es spannend und inspirierend.

    Antwort
  4. networkfinder.cc ~ MiSha.at

    Liebe Sabine,

    bin erschüttert. Nein ich hoffe, dass der Kreis nicht elitär ist in dem ich mich bewege. Und wenn, dann ist es Zeit, dass ich da rauskomme, denn es bringt nicht weiter in einem Elfenbeinturm zu sein.

    Du bist eine Kommunikatorin und darin eine ganz Grosse. Insofern glaube ich, dass wir uns auf gleicher Ohrenhöhe befinden, ansonsten bitte schubs mich von dem Sockel auf dem Du mich gesehen hast. LG aus Wien.

    Antwort
  5. kurzundknapp

    Lieber MiSha,

    oh ja, da habe ich ja was angerichtet. Keinesfalls sitzt du im Elfenbeinturm oder stehst auf einem hohen Sockel. Ich sehe mich einfach nur als durchschnittliche private Bloggerin, die einfach nicht mithalten kann, wenn Experten, also diejenigen, die sich tagtäglich mit diesen Themen beschäftigen, ihre Aussagen zu Papier bringen. Ebenso spiele ich als Privatbloggerin in einer anderen Liga als Ihr, die Ihr Euch beruflich mit Social Media, Philosophie, Beratung, Coaching etc beschäftigt. Und daher ist es für mich schon etwas ganz Besonderes, wenn ich gefragt werde, bei einer Aktion mitzumachen und die weiteren Teilnehmer dann diejenigen sind, die ich zu den „Großen“ zähle, also die Blogs, von denen ich immer wieder lese und teilweise bewundernd deren Kommunikationsfähigkeit anerkenne.

    Einen Heiligenschein will ich damit niemandem aufsetzen. jeder so wie er/sie es kann und möchte.

    Liebe Grüße
    Sabine

    Antwort

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