Hamburg from above

Vor ungefähr 35 Jahren haben wir im Konfirmationsunterricht die fünf Hauptkirchen Hamburgs besichtigt und viel erfahren. Allerdings nicht genügend; denn sonst wäre ich gestern nicht so erstaunt gewesen, als ich bei @tomtehh auf Instagram ein Bild sah, das den Rathausmarkt von oben zeigte mit der Ortsangabe „St. Petri“. Natürlich habe ich gleich nachgefragt, ob man tatsächlich auf den Turm könne und siehe da, ja!

Also habe ich meinen Knien gut zugeredet, doch bitte durchhalten zu mögen und habe mich heute auf den Weg gemacht zur Hauptkirche St. Petri an der Mönckebergstraße.

Die Eintrittskarte (3 Euro) für den Zugang zum Turm kauft man sich im Kirchenshop, trägt seinen Namen und die Anzahl der am Aufstieg beteiligten Personen in eine Liste ein und beginnt den Aufstieg. Alles Treppen! Wenn man dann wieder unten ankommt, ist man gebeten, einen Haken hinter seinen Namen zu setzen, damit sie wissen, da oben ist keiner mehr. Nicht schlecht, die Idee.

So nahm ich also allen Mut zusammen, öffnete die Tür zum Turm und sah: eine steinerne Wendeltreppe. Sehr schmal, sehr eng und sie ist schon einmal das erste Schwindeltraining. Na, das kann ja heiter werden, dachte ich mir. 


111 Stufen hat diese Wendeltreppe und dann befindet man sich in einem kleinen Museum. Das tut gut … ein Boden zum Innehalten und Anschauen anderer Dinge. Also habe ich mich in dieser Museumsetage ein wenig umgesehen. 


Nach einer kleinen Verschnaufspause ging es weiter; nach insgesamt 141 Stufen folgte die nächste Überraschung: ein Boden, auf dem ein Feuerwehrmuseum entsteht. Jedenfalls wies hierauf ein Schild hin und in der Ecke stand ein Smart von der Hamburger Feuerwehr. Nur, wie ist der Smart dort raufgekommen? Fragen über Fragen ….

Der nächste Stopp ist bei 177 Stufen: hier hat man einen wunderbaren Blick auf die Verankerung der Glocken.


und bei 218 Stufen schaut man direkt auf die Stundenglocke mit einem Gewicht von 3.400 kg


Der letzte große Boden mit den Turmuhren befindet sich nach 254 Stufen

Von da aus geht’s nur noch bergauf, allerdings gibt es auch hier immer wieder Verschnaufsmöglichkeiten; denn nach 289 Stufen beginnt die Kupfereindeckung des Turms (hier geht man allerdings nur dran vorbei, kann nicht verweilen), nach 330 Stufen trifft man auf den ersten Boden mit den Bullaugen-Fenstern, nach 370 Stufen auf den zweiten Boden und nach 424 Stufen auf den dritten Boden mit Bullaugen-Fenstern und dort habe ich mich dann auch etwas länger aufgehalten.

Ganz toll finde ich es, dass sie vor die Bullaugen Holzstühle gestellt haben, so dass man in Ruhe durch die Fenster schauen kann, die wackeligen Knie können sich etwas erholen und man muss sich nicht bücken, um aus den Bullaugen zu sehen.

Ich bin allerdings zunächst weiter gegangen – bis zum höchsten Aussichtspunkt in der Turmspitze, der sich auf 123 m befindet oder genauer gesagt nach 544 Stufen – wobei die letzten 120 Stufen wiederum per Wendeltreppe erklommen werden müssen.

Ich kam dann oben an und hätte am liebsten geschrien! Da saß da doch tatsächlich ein Typ, der ganz gemütlich telefoniert hat! Ihr müsst es Euch so vorstellen: eine extrem enge Wendeltreppe mit schmalen Stufen führt in die Spitze, in der ein kleiner Boden von ca. 2 qm ist mit 6 Bullaugen, wovon man durch 3 Bullaugen-Fenster schauen kann, denn da stehen Stühle vor. Die Luke zur Treppe ist offen, ohne Geländer, mir ist schwindelig, die Turmspitze wackelt leicht und dann fläzt sich da einer im Stuhl und telefoniert. Ich dachte, ich seh nicht richtig.

Erst einmal aber musste ich zur Luft kommen, selbstbewusst und stark Sein vorgaukeln, dann habe ich die Kamera rausgeholt und mit zittrigen Händen fotografiert. Da die Bilder durch ein Fenster gemacht werden, sind sie halt nicht absolut topp und von der Spitze aus kann man nur durch drei von 6 Fenster schauen, aber … ach, seht selbst:

Die Hauptkirche St. Jacobi, links von ihr die Mönckebergstraße und links daneben die Spitalerstraße mit dem Weihnachtsmarkt

Auf dem linken Bild ist der Weißer Zauber, der Weihnachtsmarkt auf dem Jungfernstieg mit den Märchenschiffen am Alsteranleger zu sehen und rechts der Blick über den Jungfernstieg bis hin zum Fernsehturm. 

Die Hauptkirche St. Katharinen im Vordergrund und im Hintergrund die Speicherstadt mit der Hafencity.

Auf dem linken Bild sieht man das Kontorhausviertel mit der Ericusspitze im Hintergrund (Spiegel-Verlagshaus) und rechts nochals die Mönckebergstraße.

Der Rathausmarkt mit dem schönen Weihnachtsmarkt war heute trotz des eher trüben Wetters einfach nur schön anzusehen. Was mir dann auch gelang, nachdem ich den Telefonierer, der zwischenzeitlich aufgelegt hat, gefragt habe, ob wir eventuell mal den Platz wechseln könnten, weil ich auch gern mal aus „seinen“ Fenstern sehen wollte… Zum Glück war das dann kein Problem. Er nahm dann einen anderen Stuhl und holte seine Kekspackung raus …. Als dann noch 2 Kinder und 2 Erwachsene nach oben kamen, stieg in mir so langsam Panik auf … ich sah mich schon durch die Luke nach unten stürzen und habe daher lieber den geordneten Rückzug angetreten und bin wackeligen Knies die Wendeltreppe hinunter gegangen.

Erholung fand ich dann auf dem dritten Boden – ich lies mich vor einem der Bullaugen-Fenster nieder und fotografierte was das Zeugs hielt. Die Bilder, die ich jetzt zeige, sind alle mit dem iPhone aufgenommen worden.


Das hat sich wieder einmal für mich gelohnt. Und erneut ein Beweis, dass man die ganzen Dienste wie in diesem Fall Instagram auch für sich positiv nutzen kann. Ohne meinen gestrigen Blick auf Instagram hätte ich nie erfahren, dass man den Turm besteigen kann. 






4 Gedanken zu „Hamburg from above

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